Karlův hrádek
Es handelt sich um die einzige Burg, die in der südböhmischen Region von Karl IV. errichtet wurde. Die Burg wurde irgendwann vor 1357 gegründet, wahrscheinlich als Verwaltungszentrum für die umliegenden königlichen Ländereien, die aus der Verwaltung der Burg Hluboká ausgegliedert worden waren. Die älteste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1357, als Karl IV. Grenzstreitigkeiten zwischen dem Grundbesitz der Rosenberger und dem Gut der königlichen Burg Karlshaus schlichtete. Im Jahr 1364 war Jan von Nasavrky Burggraf auf Karlshaus. Der Niedergang der Burg fällt in die siebziger Jahre des 14. Jahrhunderts – während die Burg um 1370 noch als funktionsfähig erwähnt wird, war dies im Jahr 1377 vermutlich nicht mehr der Fall.
Die Burg, die auf einem hohen Sporn über dem Moldautal errichtet wurde, war von einem Graben (mit angrenzendem Wall) umgeben. Der Zugang zur Burg erfolgte über den Graben durch ein Tor. Der etwa dreieckige Grundriss war entlang des Umfangs um einen gleichgeformten Innenhof kompakt (mehrstöckig) bebaut, wobei der Palas und die Kapelle an der Nordseite zu den Hauptwohnbauten zählten. An derselben Seite schloss sich die Vorburg an das Burgareal an, die in einer Entfernung von mehr als 80 Metern durch einen Wall begrenzt war. Über die Bebauung dieses Raumes ist nichts Näheres bekannt. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass hier eine Vorburgsiedlung geplant war oder existierte.
Im September 2019 fand eine archäologische Rettungsgrabung statt, die darauf abzog, die Mächtigkeit und Zusammensetzung der mittelalterlichen Stratigraphie festzustellen, untergegangene Bauten zu identifizieren sowie den Verlauf und Charakter des Untergrunds zu untersuchen. Das Ergebnis dieser Forschungssaison sind erste archäologische Erkenntnisse, die darauf hindeuten, dass die Burg aus dem 14. Jahrhundert nicht die erste Siedlungsaktivität an diesem Ort war. Gleichzeitig wurde ein zeitgenössisches Materialensemble geborgen (Gebrauchs- und Baukeramik, Torsi steinerner Bauelemente, Tierknochen, Eisenprodukte u. a.). Darüber hinaus erfolgte eine detaillierte geodätische Vermessung der erhaltenen oberirdischen Relikte, und es wurden moderne Prospektionsmethoden angewandt, um den Standort so detailliert wie möglich zu erforschen. Die Ausgrabungen wurden Ende Sommer 2021 fortgesetzt.